Lendenwirbel

Wenn die Lendenwirbelsäule schmerzt – sind es meist chronische Muskelverspannungen.

Wenn die Lendenwirbel der Lendenwirbelsäule zusammengedrückt werden und schmerzen, „Sind die Muskeln meist Schuld”. Sie stehen unter ständiger Anspannung, sodass es im schlimmsten Fall zu einem Bandscheibenvorfall kommt. Die Bandscheibe drückt im ungünstigen Fall auf einen Nerv. Gelenke zwischen den einzelnen Lendenwirbeln können so zusammengedrückt werden, dass manchmal sogar Schäden am Knorpel oder Knochen (Arthrose) und Entzündungen (Arthritis) entstehen können. Die im Röntgenbild sichtbaren Veränderungen können die Ursache des Schmerzes zum Beispiel im Bereich der Lendenwirbel sein. Sie entstehen häufig aber auch durch eine dauernd verspannte Muskulatur, da diese Nerven abklemmen können, sodass Nervenbeschwerden (Schmerz, Kribbeln, Taubheitsgefühle) spürbar werden. Beispielsweise kann der Muskel in der Pobacke so stark angespannt sein, dass er den Ischiasnerv gegen den Beckenknochen drückt, wodurch die typischen Ischiasbeschwerden entstehen. Diese Ursache ist weitaus häufiger als die Quetschung der Nervenwurzel durch eine Bandscheibe im Lendenwirbelbereich. Bei den vielen älteren Menschen sieht die Wirbelsäule – besonders stark im Lendenwirbelbereich – auf dem Röntgenbild „katastrophal“ aus; die Betroffenen haben jedoch keine Schmerzen. Andere kommen vor Schmerzen bald um, obwohl auf dem Röntgenbild nichts sichtbar ist. Häufig wird jedoch den Röntgenbildern mehr Glaube geschenkt als den Beschwerden der Betroffenen. Es gibt nur ganz seltene Fälle, wo man den „Schmerz“  in Form von Veränderungen an der Wirbelsäule auf dem Röntgenbild zuordnen kann. Die Ursache der Schmerzen im Bereich der Lendenwirbel hat möglicherweise eine psychische oder psychosomatische Grundlage.  Untersucht man den Patienten genau, wird der Arzt die Beschwerden auf einen psychosomatischen Zusammenhang zurückführen können. Wenn Muskelverspannungen ein Auslöser sind, spielt unsere Seele dabei eine große Rolle.

ÜBERSICHT

Röntgenuntersuchungen werden häufig überbewertet Rückenschmerzen gehen meist von vielen Faktoren im Bereich der Gelenke, Muskeln und Sehnen und nicht von den Bandscheiben aus. Sie sind somit auch nicht durch Operationen zu beseitigen. Deshalb haben so viele Betroffene nach einer OP weiterhin Schmerzen und „chronofizieren“. Die verspannte Muskulatur drückt zum Beispiel die Lendenwirbel so stark zusammen, dass es die Bandscheibe herausdrücken kann. Dieser Vorgang kann unbemerkt ablaufen. Bei vielen Menschen kann man im Bereich der Lendenwirbel eine herausgedrückte Bandscheibe sehen, ohne dass die Betroffenen Schmerzen haben. Bandscheibenvorfälle sollten nur operiert werden, wenn es zu einem ohne Operation nach 3 Monaten nicht beherrschbaren Dauerschmerz oder zu einer gravierenden sensiblen oder motorischen Einschränkung kommt, die innerhalb von 4 Wochen nicht ohne OP beherrschbar ist. (Ausnahme Reithosenanaesthesie und/oder Blasen- und Mastdarmschwäche! Hier muss binnen 12 Stunden operiert werden.) Durch körpertherapeutische Verfahren können die Bandscheiben wieder an ihren Platz zurückrutschen. Bandscheibenschäden sind sehr selten die Ursache der Schmerzen im Bereich der Lendenwirbel, die Schmerzen werden durch die  Dauerkontraktionen in der Muskulatur verursacht. Das Einrenken hilft auch nur kurzfristig, da die Wirbel durch die dauernd angespannte Muskulatur immer wieder in eine Fehlstellung gebracht werden. Wärmeanwendungen wirken schmerzlindernd, weil Muskeln und das Bindegewebe bei Wärme besser durchblutet werden und sich ausdehnen und entspannen können. Bei Entzündungen ist eher Kälte als Wärme zur Schmerzlinderung angesagt.

Wie kommt es zu solchen ständigen Verspannungen? Wir halten unsere Muskeln ja nicht ständig bewusst angespannt, denn  keiner möchte diesen Zustand. Normalerweise sollte unsere Skelettmuskulatur unserem Willen gehorchen. Bei allen willkürlichen Bewegungen müssen wir immer mindestens einen Muskel kontrahieren und mindestens einen anderen – den Gegenspieler – entspannen. Dieser Mechanismus läuft automatisch ohne nachzudenken ab. Kommt der Schmerz oder eine Steifigkeit hinzu, merken wir, dass es nicht mehr so ohne weiteres funktioniert. Aber nicht alle Bewegungen bedürfen einer Steuerung: zum Beispiel richten wir uns unwillkürlich aus, sodass wir uns im Gleichgewicht befinden.

Die Grenze zwischen Körper und Seele verschwimmt. Wenn wir zum Beispiel erschrecken, ist das ein seelischer oder ein körperlicher Vorgang? Wenn wir abends gestresst von der Arbeit kommen, ist das ein körperliches oder ein seelisches Empfinden? Es ist immer beides und wir können es nicht willkürlich  trennen. In beiden Situationen spannen “unbewusste Hirnareale” also ohne Zutun unseres Bewusstseins die Muskeln an und wir fühlen uns unwohl. Kommt es öfter zu diesen Situationen, in denen wir uns erschrecken oder gestresst sind, entstehen Daueranspannungen in unserer Muskulatur. Die so wichtige Entspannung unterbleibt. Nach und nach gräbt sich ein unbewusstes Muster der Verspannung in unser Gehirn ein. Dieses Muster ist häufig äußerlich an der Haltung der betroffenen Person sichtbar. Bei Schreck oder Angst zum Beispiel entsteht in uns eine gebeugte Haltung. Das heißt, dass die Bauch- und Brustmuskeln stark chronisch angespannt sind. Der Ausspruch „halte dich gerade!“ wird häufig als Gegenmittel eingesetzt, bewirkt aber im Allgemeinen, dass zu einer Verspannung vorne im Körper noch eine Verspannung im Rückenbereich dazu kommt. Somit sind die Betroffenen doppelt verspannt. Hilfe kann nur durch eine Lockerung der Bauch- und Brustmuskulatur kommen.

„Brust raus – Bauch rein!“ – ist eine sehr schlechte Haltung! Wir bekommen davon starke Schmerzen und Atemprobleme. Immer wenn wir uns innerlich anspannen zum Beispiel bei Stress oder bei Leistungsdruck kontrahieren wir unwillkürlich die Muskulatur im Rückenbereich. Somit entsteht eine Hohlkreuzhaltung mit durchgedrückten Knien. Ein Hohlkreuz ist also eine Fehlhaltung, etwas was wir unbewusst tun. Das Gute dabei ist, dass wir lernen können, es nicht mehr zu tun und somit die Schmerzen lindern können. Ein Unfall, einseitige Verletzungen, Operationen und traumatische Ereignisse können dazu führen, dass wir eine Schonhaltung einnehmen und eine Verspannung hervorrufen. Wir drehen uns dann mehr nach einer Seite oder verdrehen uns, was für bestimmte Gelenke eine entsprechende Belastung darstellt. Wenn das gebrochene Bein schon längst geheilt ist, behält die Muskulatur die Verspannung noch bei. Auch „dumme Angewohnheiten“, Bewegungsmangel und  berufsbedingte Fehlhaltungen, können Dauerkontraktionen der Muskulatur hervorrufen, die sich dann durch Schmerzen bemerkbar machen. Wir sitzen oft vorgebeugt mit abgewinkeltem Nacken etliche Stunden am Tag vor dem Computer oder schauen auf unser Smartphone und wundern uns, wenn dann abends unser Nacken oder sogar der ganze Rücken schmerzt.

Bewegen und spüren heißt das Motto – Achtsamkeitstraining Das Problematische an der Fehlhaltung ist, dass ihre Entwicklung unmerklich vor sich geht und sie sich dann für den Betroffenen als absolut „richtig“ und „gerade“ anfühlt. Die Betroffenen haben keine Ahnung davon, dass ein Teil ihrer Muskulatur chronisch angespannt ist. Sie merken nur irgendwann, dass ihnen irgendetwas schmerzt, zum Beispiel der Bereich um die Lendenwirbel. Es entsteht eine Erkrankung bei der der bewusste Teil des Gehirns nicht mehr weiß, wie bestimmte Muskeln sich anfühlen oder bewegen lassen. Unbewusst dauerkontrahierte Muskeln sind im Alltag aus der Bewegung ausgeschlossen, wodurch andere Muskeln überstrapaziert werden. So werden zum Beispiel statt des Schultergürtels nur noch die Arme bewegt oder statt des Beckens nur noch die Beine. Somit versteift allmählich die gesamte Rumpfmuskulatur, und es werden mühsam nur noch die Extremitäten bewegt.

Diese Schmerzen werden dann gewöhnlich für „das Alter“ gehalten. Tatsache ist, dass man mit zunehmendem Alter immer mehr Gelegenheit hat, sich solche Dauerkontraktionen zuzulegen, zumal man einer Rollenerwartung folgend in Unbeweglichkeit verfällt. Nicht selten bilden sich dann an den Hauptverspannungsstellen punktuelle Verhärtungen in der Muskulatur und im Bindegewebe, die mit – geübten – Fingerspitzen tastbar sind. Sie veranlassen ihrerseits die Muskulatur zur Kontraktion. Bei einer Analyse stellt sich heraus, dass manchmal  Stoff-wechselabfallprodukte darin eingeschlossen sind. Sie bilden sich häufig im Anschluss an Prellungen, oder wenn ein Muskel längere Zeit ungenügend oder gar nicht bewegt wurde, wenn zum Beispiel ein Arm oder Bein längere Zeit in Gips waren.

Die gute Nachricht ist: man kann was unternehmen! Sie müssen es keinesfalls als Schicksalsschlag hinnehmen und die Alters- oder Abnutzungserscheinungen ertragen. Die betroffenen Menschen brauchen sich auch nicht operieren und die betroffenen Gelenke durch künstliche Gelenke ersetzen zu lassen. Was kommt aber als Behandlung in Frage?  Sie werden vielleicht zunächst an eine Ernährungsumstellung denken. In manchen Fällen kann es helfen, wenn es sich zum Beispiel um Kalk- oder Harnsäureablagerungen handelt. Nur leider beseitigt das nicht alle Schmerzen, wie viele Rohköstler an sich leidvoll feststellen mussten.

Eine Fehlhaltung verschwindet nun mal nicht durch Ernährungsumstellung. Diese muss durch eine Bewegungsumstellung ergänzt werden, denn die Stoffwechselrückstände lösen sich oft nicht allein durch bessere Ernährung. Es muss äußerlich nachgeholfen werden. Normale Massagen sind hierbei unwirksam, doch kann man durch (schmerzhafte) punktuelle Druckmassagen die Verhärtungen auflösen. Dadurch lassen sich zum größten Teil die Muskelkontraktionen beseitigen. Bei den Fehlhaltungen handelt es sich dagegen um funktionelle, zentral bedingte Störungen. Sie lassen sich durch gezielte Bewegung, Entwicklung von Körperbewusstsein und Haltungsumlernen auflösen. Dabei geht es nicht um möglichst viel, möglichst schnell und möglichst weit zu bewegen, sondern sich möglichst konzentriert  zu bewegen. Die Muskeln, die man unbewusst in Dauerkontraktion hält, werden langsam und genau bewegt. Hierfür eignet sich besonders eine Körpertherapie. Wenn bei einem Menschen Muskeln unwillkürlich verspannt sind, kann er sie nicht bewusst entspannen. Man müsste den Betroffenen sagen, dass die Muskeln doch viel zu hart sind und er sie lockern sollte. Auch bewusstes Dehnen hat wenig Sinn, denn dabei versuchen die Betroffenen mit dem bewussten Bewegungssystem gegen die unbewusste Anspannungshaltung anzugehen. Ein Kampf, den wir immer verlieren werden. Man kann dem Schmerzgeplagten den betroffenen Muskel zeigen, ihm diesen fühlbar machen und ihm seine Bewegungsmöglichkeit veranschaulichen. Somit kann man den Betroffenen veranlassen, den Muskel zunächst noch stärker zu verkürzen und ihn dann allmählich mit Hilfe des Therapeuten immer weniger anzuspannen, bis er dann schließlich entspannt ist. Der Betroffene lernt zu spüren, was sein Muskel gerade tut und lernt sich damit zu entspannen. Dieses Wiedererlernen der bewussten Steuerung der Muskulatur wird als ausgesprochen wohltuend empfunden.

Fazit

In vielen Fällen bei starken chronischen Schmerzen erweist sich eine multimodale Schmerztherapie am wirkungsvollsten. Damit schwindet der Schmerz und der Betroffene fühlt sich insgesamt wohler und wird wieder beweglicher. So wird das gesamte Verspannungsmuster im Muskel und im Gehirn aufgelöst und ein neues schmerzfreies Bewegungsmuster wird aufgebaut. Gleichzeitig lernt der Betroffene (angenehm auszuführende) spezifische körperliche Übungen. Diese kann er dann während und nach der Behandlungszeit zu Hause ausführen. Schließlich lernt er auch die Alltagsbewegungen entsprechend umzustellen (beispielsweise wieder richtig zu laufen, zu atmen, zu sitzen). Somit lernen die Betroffenen wieder zu spüren, was man tut. Dadurch bleiben Schmerzfreiheit, Beweglichkeit und Wohlbefinden auf Dauer erhalten, zumal man sich dann insgesamt wieder mehr bewegt, weil es wieder mehr Spaß macht. Die aktive Mitarbeit des Betroffenen ist eine Grundvoraussetzung. Viele tun das aber auch sehr gerne, denn es ist sehr interessant, seinen eigenen Körper kennenzulernen, und viel wirksamer als sich eine Spritze verpassen zu lassen. Damit ist- ganz ohne Apparate und Chemie – Schmerz in jedem Alter häufig zu lindern und Beweglichkeit und Lebensfreude wieder möglich.

Hier können sie sich Hilfe holen!

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Verfasser Kati Lo (Die ganze Wahrheit)

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